Nebenwirkungen von Vitamin D

Hin und wieder kommt es zu Beginn der Einnahme von Vitamin D zu leichten Nebenwirkungen oder temporären Anpassungsreaktionen. Eine bleibende Unverträglichkeit kann verschiedene Gründe haben.

Inhaltsverzeichnis

    Umgang mit Nebenwirkungen

    Überdosierungen sind erst ab Mengen möglich, die außerhalb der empfohlenen Werte liegen, also über 5.000 IE pro Tag. Dennoch kann es hin und wieder zu leichten Nebenwirkungen bei der Vitamin D-Einnahme kommen.

    Jede biologisch wirksame Substanz, die eine wichtige Funktion im Stoffwechsel erfüllt, kann bei bestimmten Personen leider auch zu unerwünschten Wirkungen ("Nebenwirkungen" führen. Das ist unvermeidbar. Je ausgerpägter der Mangel, desto intensiver sind eventuelle Anpassungsreaktionen. Diese Reaktionen sind völlig normal und bestätigen die Wirksamkeit von Vitamin D, da der Organismus sich auf tiefgreifender Ebene umstellt, wenn ein Vitamin D-Mangel behoben wird.

    Welche Nebenwirkungen können auftreten

    Zu den möglichen Nebenwirkungen zählen Muskel- oder Kopfschmerzen, Einschlafstörungen, Durchschlafstörungen, muskuläre Verspannung und Muskelzuckungen . Dies sind meistens Anpassungsreaktionen, da der Körper sich zuvor an den niedrigen Vitamin D-Wert gewöhnt hatte. Wenn nun eine größere Menge Vitamin D eingenommen wird, braucht der Körper manchmal einige Zeit, um sich daran zu gewöhnen, dass nun ausreichend Vitamin D vorhanden ist. Leichte Schmerzen in den Knochen sind ein Zeichen dafür, dass die Knochen aufgebaut und optimal mit Kalzium versorgt werden.

    Nebenwirkungen bei Säuglingen und Kleinkindern

    Bei Säuglingen treten häufig Blähungen und Bauchschmerzen auf. Es gibt vermehrt Hinweise darauf, dass die von Ärzten eingesetzten Dosierungen häufig zu hoch angesetzt sind. Es macht eventuell Sinn, auf Tropfenpräparate umzusteigen oder die Dosis zu reduzieren. Auch mäßige Sonnenexposition im Sommer ist eine natürliche Alternative.

    Unter welchen Umständen treten Nebenwirkungen auf?

    Je höher die Dosierung, desto wahrscheinlicher treten Nebenwirkungen auf. Das liegt daran, dass eine sanfte Umstellung für den Körper einfacher zu handhaben ist, als die plötzliche Spitzen im Blutwert. Diese verwirren den Körper. Daher sollten Dosierungen über 10.000 IE pro Tag vermieden werden. Bei Dosierungen zwischen 5.000 und 10.000 IE zum Ausgleich eines Mangels sind Nebenwirkungen sehr unwahrscheinlich.

    Manche Ärzte und Autoren empfehlen die Einnahme von sehr hohen Anfangs-Dosen, um den Mangel auszugleichen. So nehmen einige Leute dann zum Beispiel ein paar Tage lang 100.000 IE zu sich. In solchen Fällen ist es nicht unüblich, vorrübergehend Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder durch Magnesium-Mangel bedingte Anspannungen und erhöhte Erregbarkeit bzw. Unruhe zu spüren.

    Wie oft treten Nebenwirkungen auf?

    Nur ein Bruchteil der Anwender berichtet von solchen Nebenwirkungen. Ein leichter Mangel an den Nährstoffen Magnesium, Kalzium, Vitamin A und K2 kann solche Nebenwirkungen begünstigen.

    Die positiven Auswirkungen von Vitamin D beruhen unter Anderem auf einer Beschleunigung des Stoffwechsels. Deshalb erhöht sich der Nährstoffbedarf. Eine gute Ernährung ist deshalb wichtig, wenn man Vitamin D einnimmt.

    Schlafstörungen durch Vitamin D-Einnahme

    Schlafstörungen, die auch nach mehreren Wochen der Vitamin D-Einnahme anhalten, deuten daraufhin, dass die Dosis zu hoch ist oder ein Mangel an Mineralien in der Nahrung vorliegt. Sofern selbst bei Dosierungen unter 5.000 IE Schlafstörungen weiterhin vorhanden sind, sollte ein Mangel an wichtigen Kofaktoren wie Vitamin K2, Magnesium oder Kalzium in Betracht gezogen werden.

    Eine Kalziumarme Ernährung (wenig Milchprodukte, Gemüse und Nüsse) kann während der Vitamin D-Einnahme zu einem Kalziummangel im Blut führen.

    Eine Magnesiumarme Ernährung (wenig Gemüse, Nüsse, Obst) ist vermutlich die Hauptursache für Vitamin D bedingte Schlafstörungen. Durch die erhöhte Kalziumaufnahme bei Vitamin D-Substitution erhöht sich der Bedarf am "Gegenspieler" des Kalzium - Magnesium. Magnesium wird für die optimale Wirkung von Kalzium und Vitamin D benötigt. Eine magnesiumreiche Ernährung kann hier Abhilfe schaffen, ebenso wie die Einnahme eines Magnesiumpräparates oder die äußere Anwendung mit Magnesiumöl.

    Des Weiteren sollte die Versorgung mit Vitamin K2 überprüft werden. Vitamin K2 beruhigt die Nerven und sorgt dafür, dass der Kalziumspiegel im Blut nicht zu hoch ist. Vitamin K2-Mangel ist weit verbreitet. Unsere Nahrung enthält dieses Vitamin kaum noch, was vor allem an der hochindustriellen Landwirtschaft liegt.

    Kopfschmerzen und Verspannungen durch Vitamin D-Einnahme

    Die Ursachen für Kopfschmerzen und Verspannungen bei der Vitamin D-Einnahme sind ähnlich gelagert wie bei den Schlafstörungen und liegen vermutlich in einem Mineralienmangel (Kalzium, Magnesium), sodass es dem Körper erschwer wird, sich auf nervlicher und muskulärer Ebene zu entspannen.

    schwaches Immunsystem durch Vitamin D-Einnahme

    In seltenen Fällen kommt es vor, dass die Vitamin D-Einnahme zu einem vermehrten Auftreten von Infekten führt. In den meisten Fällen ist das Gegenteil der Fall: Die Vitamin D-Einnahme führt wie auch das Sonnenbaden im Sommer zu einem gestärkten Immunsystem. Vorraussetzung dafür ist allerdings, dass über die Nahrung genügend Vitamin A aufgenommen wird. Die Immmunstärkung von Vitamin D liegt nämlich hauptsachlich darin, dass das über die Nahrung aufgenommene Vitamin A effizienter verwertet wird. Das führt allerdings auch dazu, dass der Bedarf an Vitamin A erhöht ist. Frische Lebensmittel, insbesondere Gemüse (z.B. Karotten), Obst, Milchprodukte und Leber (z.B. in Leberwurst) enthalten mehr als genug Vitamin A. Viele Menschen ernährung sich jedoch hauptsächlich von Lebensmitteln, die kaum Vitamin A enthalten (Kartoffeln, Getreide, fettarme Milch, Wurst, etc.).

    Trockene Augen, Augenentzündungen durch Vitamin D-Einnahme

    Auch hier liegt die Ursache meist in einem erhöhten Bedarf an Vitamin A. Die Einnahme von Vitamin D kann einen latenten Vitamin A-Mangel sichtbar machen. Vitamin A-reiche Lebensmittel schaffen hier meist schnell Abhilfe.

    Unverträglichkeit gegenüber Vitamin D

    In einigen Fällen besteht eine Unverträglichkeit auch gegenüber sehr geringen Mengen an Vitamin D, selbst bei gleichzeitiger Einnahme von Vitamin K2 oder Magnesium. Dies tritt scheinbar insbesondere bei Schilddrüsenunterfunktion und CFS (Chronisches Erschöpfungssyndrom) auf. In dem Fall kann es Sinn machen, auf Vitamin D komplett zu verzichten. Selbst wenn der Blutspiegel nicht im vermeintlich optimalen Bereich ist.

    Vitamin D ist generell für stark geschwächte Menschen oft nicht geeignet, in vielen Fällen auch nicht das erste Mittel der Wahl zur Behandlung. Insbesondere wenn der Vitamin D-Spiegel ok ist, sollte nicht grundlos Vitamin D eingenommen werden, insbesondere nicht in hohen Mengen. Andere Substanzen werden tendenziell besser vertragen.

    Es gibt im Fall einer Unverträglichkeit weitere einfache Wege, einen niedrigen Vitamin D-Spiegel zu kompensieren.

    Ausreichend Sonne

    Ausreichende Sonnenxposition über das Jahr und insbesondere in den Sommermonaten ermöglichen dem Körper die Vitamin D-Synthese auf Natürliche Weise. Sonne und Wärme hat im Allgemeinen auch einen nicht zu unterschätzenden positiven Einfluss auf den Stoffwechsel und die Gesundheit.

    Vitamin K2 ohne Vitamin D

    Vitamin K2 kann auch ohne Vitamin D eingenommen werden, um Knochen und Zähne optimal mit Kalzium zu versorgen. Der Vorteil ist, dass hierdurch auch ein potentiell erhöhter Kalziumblutspiegel verringert werden kann.

    Vitamin A (Retinol)

    Nur wenig Beachtung bekommt Vitamin A im Kontext der Vitamin D-Einnahme. Die ausreichende Versorgung mit Vitamin A aus der Nahrung ist essentiell für die Wirkung und Verträglichkeit von Vitamin D. Vitamin A findet sich in großer Menge in Rinder- und Kalbsleber, Eigelb, Lebertran sowie Milchprodukten. Die Vorstufe von Vitamin A (Beta-Carotin) findet sich hauptsächlich in Karotten, Süßkartoffeln und anderen Gemüsesorten. Wichtig ist, bei Beta-Carotin zu beachten, dass der Körper mit Vitamin B12 versorgt sein muss, damit es in die aktive Form (Retinol) umgewandelt werden kann. Ein Vitamin B12- Mangel ist somit ein weiterer indirektor Faktor für die Vitamin D-Verträglichkeit.

    Kalzium-Versorgung

    Durch Optimierung der Kalziumversorgung ist es möglich, die Kalziumversorgung trotz niedrigen Vitamin D-Spiegels zu ermöglichen. Bei erhöhter Kalziumaufnahme wird der Vitamin D-Bedarf verringert, weil weniger aktives Vitamin D (Calcitriol) benötigt wird. Eine Ernährung reich an Gemüse, Nüssen und Milchprodukten ermöglicht die ausreichende Versorgung mit Kalzium (ca 1000 mg pro Tag).

    Magnesium-Versorgung

    Die langfristige Verträglichkeit erhöht sich durch eine Magnesiumreiche Ernährung. Nahrungsergänzungsmittel sind nicht immer notwendig. MAgnesiumreiche Lebensmittel sind Nüsse, Bananen, Fisch, Kakao und grünes Gemüse.

    Durch die ausreichende Versorgung mit Magnesium kann sich der Vitamin D-Spiegel langfristig auch ohne die Einnahme von Vitamin D normalisieren.

    Ursachen der Unverträglichkeit

    Ursachen eine Unverträglichkeit liegen häufig in einem verlangsamten Stoffwechsel. In dem Fall ist der Vitamin D-Bedarf sowieso stark erniedrigt.

    Chronische Entzündungen stehen im Zusammenhang mit einer Vitamin D-Unverträglichkeit. Der Vitamin D-Spiegel lässt sich dann oft nicht erhöhen, trotz Vitamin D-Gabe. Die Zusammenhänge sind noch nicht restlos geklärt. Möglich ist eine gesteigerte Verbrauchsrate zur Entzündugnshemmung als Antwort auf Entzündungen. Auch die Manipulation des Vitamin D-Rezeptors infolge von Infekten (Viren,Bakterien, Pilze) wurde beobachtet. Die Behandlung des Infektherdes kann den Vitamin D-Spiegel normalisieren. Eine begleitende niedrig dosierte Vitamin D-Einnahme ist möglich, aber nicht zwingend, sofern eine Unverträglichkeit besteht.

    Messung des Calcitriol-Wertes

    Bei chronischer Erkrankung und Unverträglichkeit trotz eines niedrigen Vitamin D-Spiegels (25-OH) sollte auch der Blutspiegel des aktiven Vitamin D (Calcitriol) gemessen werden. Ist dieser stark erhöht, ist dies ein Anzeichen für eine übermäßige Aktivierung von Vitamin D und eines relativen Vitamin D-Überschusses, trotz niedrigen 25-OH-Wertes, der scheinbar einen Mangel anzeigt.

    Die Vitamin D-Gabe würde den Calcitriol-Wert nur unnötig erhöhen, und so die Symptomatik verschlimmern. Wichtig ist es, die Ursachen hinter dem erhöhten Wert zu finden. Mögliche Ursachen sind eine kalzium- und magnesiumarme Ernährung, chronische Entzündungswerte (unbehandelte Entzündungsherde im Körper oder systemische Entzündungen) sowie akute oder insbesondere chronische Infekte (Eppstein-Barr, Candida albicans, etc.).

    Messung des PTH Wertes

    Der PTH-Wert (Parathyroid-Hormon) im Blut gibt Ausschluss über die Kalziumversorgung und erleichtert die Interpretation der Vitamin D-Versorgung.