Wieviel Vitamin D befindet sich in Lebensmitteln?

Lebensmittel enthalten Vitamin D nur in sehr geringen Mengen. Der Tagesbedarf an Vitamin D wird hauptsächlich über die Sonne abgedeckt.

Inhaltsverzeichnis

    Hintergrund

    Vitamin D wird irttümlicherweise immer noch mit allen anderen Vitaminen in einen Topf geworfen. Daher ist die Annahme verbreitet, der Bedarf könne oder solle über die tägliche Ernährung gedeckt werden können. Tatäschlich enthält die typische Ernährung der Deutschen so gut wie kein Vitamin D.

    Lebensmittel enthalten Vitamin D, weil alle lebenden Organismen Vitamin D zum Leben benötigen und dementsprechend auch als Reaktion auf Sonnenbestrahlung produzieren. Daher enthalten auch Pflanzen und Tiere Vitamin D. Genauso wie sich in Pflanzen auch Phytosterole (pflanzliche Hormone) befinden oder in tierischen Produkten Rückstände von natürlichen Hormonen dieser Tiere. Dennoch ist die Menge an Vitamin D, die dadurch von Menschen aufgenommen werden kann, in den meisten Fällen vernachlässigbar. Wie alle anderen Lebewesen beziehen auch wir Menschen im Idealfall das Vitamin D quasi direkt von der Sonne.

    Lebensmittel sind in der Praxis also nicht dazu geeignet, den Vitamin D-Bedarf zu decken. Es gibt nur wenige Lebensmittel, die überhaupt nennenswerte Vitamin D enthalten. Dazu gehören zum Beispiel wilder Fisch und Pilze, in geringen Mengen findet man es auch in Eiern und Milch.

    Um den Tagesbedarf von 5.000 Einheiten Vitamin D mit einem dieser Lebensmittel abzudecken, müsste man jeweils ungefähr folgende Mengen in einer Mahlzeit zu sich nehmen:

    • 1 kg wilden Lachs

    • 121 Eier

    • 120 Liter Milch

    • 5 kg Champignons

    Vorkommen von Vitamin D in Lebensmitteln (Tabelle)

    Lebensmittel Portion Menge in mcg Menge in IE
    Lebertran 1 EL 34 mcg 1.360 IE
    Schwertfisch 85 g 566 IE
    Lachs 85 g 447 IE
    Tunfisch 85 g 154 IE
    Speisepilze (Champignons, etc.) 100 g 70 IE (Vitamin D2)
    Sardinen 2 Stck 46 IE
    Rinderleber 85 g 42 IE
    Eier 1 Stck 41 IE
    Schweizer Käse 28 g 6 IE
    Quelle: U.S. Department of Agriculture, USDA National Nutrient Database for Standard Reference

    Eine gute Ernährung ergänzt den Vitamin D-Haushalt

    Eine Vitamin D-reiche Ernährung ist natürlich möglich, wenn zum Beispiel besonders viel wilder Fisch, Eier, Leber und Champignons verzehrt werden. Vitamin D-reiche Lebensmittel sind häufig jedoch auch sehr teure Lebensmittel, die nur selten verzehrt werden. Gegen Lebertran und Leber haben zudem viele Menschen eine Abneigung.



    Die Nationale Verzehrsstudie II



    Nationale Verzehrsstudie II - Vitamin D-Aufnahme


    Im Jahr 2008 ließ die Bundesregierung bei tausenden Teilnehmern ermitteln, wie viel Vitamine täglich durchschnittlich aus der Nahrung aufgenommen werden. In der obigen Grafik werden die Ergebnisse angezeigt. Die Linie bedeutet eine ausreichende Versorgung (100% des Tagesbdedarfs).

    Vitamin D sticht als einziges "Vitamin" heraus. In diesem Fall wurde für Vitamin D ein Tagesbedarf von 800 IE angesetzt - mittlerweile ist bekannt, dass der Körper mehrere tausend IE täglich benötigt. Der durchschnittliche Deutsche jedoch nimmt über die Nahrung auch von 800 IE nur einen Bruchteil auf: ungefähr 150 IE Vitamin D pro Tag.

    Die Versorgung von Vitamin D über die Nahrung ist jedoch nur bei ausgeprägtem Mangel überhaupt notwendig. Die Menschen nehmen deshalb so wenig auf, weil Vitamin D eigentlich gar kein Vitamin ist und es von der Natur gar nicht so vorgesehen ist, dass wir ständig genügend Vitamin D über die Nahrung aufnehmen. Als Pro-Hormon bilden wir Menschen es in ausreichender Menge, wenn wir uns dem UV-B reichen Sonnenlicht aussetzen.

    Position der DGE

    Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung, welche die Einnahmeempfehlungen für Deutschland herausgibt, kann der angenommene Vitamin D-Bedarf von 800 IE nicht über die üblichen Lebensmittel gedeckt werden:

    Die Vitamin-D-Zufuhr über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln [...] reicht nicht aus, um die gewünschte Versorgung [...] bei fehlender endogener Synthese sicherzustellen. [...] D. h., die Versorgung muss zusätzlich zur Zufuhr über die Ernährung über die endogene Synthese und/oder über die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats sichergestellt werden

    Anreicherung von Lebensmitteln

    In einigen Ländern der Erde, wie zum Beispiel in den USA, werden Lebensmittel mit Vitamin D angereichert. Das Ziel ist die bessere Versorgung der Bevölkerung. In den USA wird daher z.B. Milch und Frühstücksflocken Vitamin D2 zugesetzt. Diese Methode ist in Deutschland verboten, da eine Überversorgung befürchtet wird. Nur bei Margarine wird eine Ausnahme gemacht. Eine pauschale Anreicherung der Lebensmittel erhöht die Gefahr, dass einzelne Menschen zu viel eines Vitamins aufnehmen und sich vergiften. Daher ist die generelle Anreicherung mit Vitaminen und anderen Stoffen auch umstritten.

    Tatsächlich sollte die Einnahme von biologisch so wirksamen Stoffen wie Vitamin D nicht in der Hand von staatlichen Stellen liegen, sondern immer eine individuelle Entscheidung sein. Mündige Menschen sind in der Lage, eigenverantwortlich zu handeln.

    Einige einflussreiche Vitamin D-Forscher wie John Cannell des Vitamin C Council setzen sich für eine flächendeckende Anreicherung von Lebensmitteln mit Vitamin D ein. Jeder Mensch hat einen individuellen Vitamin D-Bedarf, sodass eine pauschale Anreicherung mit Lebensmitteln riskant ist. Außerdem wäre dies ein Eingriff in die persönliche Freiheit und somit eine unnötige Bevormundung des Einzelnen durch den Staat.