Optimale Vitamin D-Spiegel im Blut

Über eine Blutuntersuchung lässt sich der Vitamin D-Spiegel messen. Dieser gibt Auskunft über die Versorgung der letzten Monate.

Inhaltsverzeichnis

    Durchführung der Blutuntersuchung

    Die Messung kann zu Hause durchgeführt werden oder von einem Arzt vorgenommen werden. In beiden Fällen wird das gewonnene Blut an ein Labor zur Auswertung geschickt. Der relevante Wert lautet 25-Hydroxy-Cholecalciferol (25-OH-D), dabei handelt es sich um die Speicherform von Vitamin D, welche Rückschlüsse auf die Versorgung der letzten Monate zulässt.

    Die Einordnung des gemessenen Vitamin D-Spiegels

    Blutwert in ng/ml Blutwert in mmol/L Aktion
    Defizit (Mangel) 0 - 12 0 - 30 Substitution notwendig
    lnsuffizienz (Unterversorgung) 12-20 30 - 50 Substitution empfohlen
    potentiell suboptimaler Bereich 21-30 51 - 75 abhängig von Symptomatik, je nach Jahreszeit ausreichend
    ausreichende Versorgung 30-60 75 - 150
    leichte Überversorgung 61-80 150 - 200 Vitamin D Substitution vermeiden
    Überversorgung (Toxizität möglich) 81-120 200 - 300 Vitamin D, Kalzium-Supplemente und intensive Sonnenbestrahlung vermeiden
    chronische Vergiftung 120+ 300+ wie bei Überversorgung, und evtl. Arzt aufsuchen


    Umrechnung zwischen ng/ml und nmol/L

    Laborwerte Umrechnung

    Die Labore geben die gemessenen Serumwerte im Blut entweder in ng/ml (Nanogramm pro Millimeter) oder in nmol/l (Nanomol pro Liter) an.

    Die Messung in ng/ml hat sich in Deutschland mittlerweile als Standard etabliert. Für eine einfache Umrechnung können Sie diesen Rechner benutzen. 10 ng/ml entsprechen 25 nmol/L.

    Vitamin D-Spiegel und Symptomatik

    0-12 ng/ml - Mangel

    Durch Erfahrungswerte, klinische Studien, die biochemische Funktionweise von Vitamin D und Fallstudien hat sich gezeigt, dass die klassischen Symptome eines Vitamin D-Mangels in den meisten Fällen mit Blutwerten zwischen 0 und 12 ng/ml einhergehen.

    Die Symptome sind oft sehr spezifisch, wie zum Beispiel:

    • Osteomalzie oder Rachitis
    • Immunschwäche (häufige Infekte)
    • Durchblutungsstörungen
    • Muskelschwäche und -Zittern
    • Tinnitus

    Unspezifische Symptome, die auch bei einer Unterversorgung auftreten, wie Antriebslosigkeit, Mattigkeit, Winterdepression, chronische Schmerzen, Bluthochdruck, erhöhter Appetit und Hautprobleme können bei einem Mangel begleitend auftreten.

    Zwischen 0 und 12 ng/ml ist die Einnahme eines Vitamin D-Präparates in den meisten Fällen medizinisch notwendig.

    12-20 ng/ml - Insuffizienz

    Zwischen 12-20 ng/ml besteht eine Unterversorgung (Insuffizienz). Die Symptome sind in diesem Fall nicht so spezifisch wie bei einem ausgeprägten Mangel. Die Einnahme eines Vitamin D-Präparates ist oft sinnvoll. Symptome sind nicht immer vorhanden, aber wahrscheinlich.

    20-30 ng/ml - potentielle Unterversorgung

    Auch zwischen 20 und 30 ng/ml sind, insbesondere wenn die Werte vor dem Winter gemessen werden, sind eine leichte Unterversorgung sowie begleitende Symptome einer Vitamin D-Insuffizienz möglich.

    30-60 ng/ml - ausreichende Versorgung

    In den meisten Fällen zeigt ein Vitamin D-Spiegel zwischen 30 und 60 ng/ml eine ausreichende Versorgung an.

    40-60 ng/ml: Therapeutischer Zielbereich

    Der Zielbereich bei einer Substitution mit Vitamin D-Präparaten liegt meistens zwischen 40 und 60 ng/ml. Damit wird sichergestellt, dass der Körper in jedem Fall auch mittelfristig mit ausreichend Vitamin D versorgt wird. Bei einigen Naturvölkern wurden Blutwerte von bis zu 90 ng/ml ermittelt. Werte über 60 ng/ml sind jedoch äußerst selten. Der Bereich zwischen 40 und 60 ng/ml ermöglicht eine in jedem Fall ausreichende Versorgung des ganzen Körpers ohne eine potentiell mit negativen Symptomen einhergehenden Überversorgung zu geraten.

    Es wurde in der klinischen Arbeit mit Vitamin D schnell ersichtlich, dass ein ausreichender Vitamin D-Spiegel nicht auf einen bestimmten Wert reduziert werden konnte, sondern zwischen Einzelpersonen und verschiedenen Bevölkerungsgruppen eine große Bandbreite der ausreichenden Versorgung existiert. Diese Bandbreite liegt in verschiedenen gesunden Populationen zwischen 10 und 90 ng/ml.

    In der Praxis hat sich, gerade in westlichen Gesellschaften mit der größeren Verbreitung spezifischer genetischer Anlagen wie etwa einer hellen Hautfarbe und nur mäßiger bis schlechter Sonnenexposition gezeigt, dass der Blutwert mindestens 20 ng/ml betragen sollte, um als ausreichend definiert werden zu können.

    Beeinflussung des Wertes durch verschiedene Faktoren

    Der Blutwert eines Menschen ist ständigen Schwankungen unterworfen. Folgende Aspekte wirken sich besonders stark auf den Blutwert aus:

    • Dauer und Intensität der Sonnenexposition
    • Vitamin D-Aufnahme über Nahrungsmittel oder Nahrungsergänzungsmittel
    • Jahreszeit
    • Breitengrad (Einfallgrad der Sonne)
    • Hautfarbe
    • akute und chronische Entzündungen (bedingt durch die entzündungshemmende Wirkung von Vitamin D sowie Beteiligung von an der Immunantwort auf Infekte)
    • Die Versorgung mit in der Nahrung vorkommenden Nährstoffen wie Vitamin A, K und Magnesium
    • Geringe Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung (adaptive Reaktion: stark erhöhter Vitamin D-Verbrauch mit dem Ziel, mehr Kalzium aus der kalzium-armen Nahrung zu extrahieren)
    • Die Funktion der Schilddrüse (Bei Schilddrüsenunterfunktion kann es aufgrund des verlangsamten Stoffwechsel sowie chronischer Entzündungen zur Vitamin D-Resistenz oder auch Unverträglichkeit kommen)
    • Schwermetallvergiftungen (Bedingt durch Entzündungen sowie der Veränderung des Vitamin D-Rezeptors und der Sensibilität hinsichtlich der Wirkung von Vitamin D)

    Der Blutwert Ende des Winters ist geringer als in den Sommermonaten, da im Winter die körpereigenen Reserven an Vitamin D teilweise oder ganz verbraucht werden.

    In der Praxis lässt sich ein Vitamin D-Mangel durch die Kombination des ermittelten Blutwertes in Verbindung mit der vorhandenen Symptomatik relativ einfach ermitteln. Auch die testweise Einnahme von Vitamin D ist eine simple Methode, dessen Wirksamkeit zu ermitteln. Ein Blutwert ist so nicht zwingend notwendig.

    Wenn Symptome vorhanden sind, die durch eine Unterversorgung ausgelöst wurden, lassen sie sich in wenigen Tagen oder Wochen bereits durch die relativ niedrig dosierte Einnahme von Vitamin D beheben.

    Generell profitieren auch gesunde Menschen, die im sonnen-armen Deutschland leben, von der regulären Vitamin D-Einnahme in den dunkleren Wintermonaten. Für die niedrigdosierte Einnahme zum Ausgleich der fehlenden UV-Strahlen ist in den meisten Fällen keine regelmäßige Blutuntersuchung notwendig. Viele Menschen, die Vitamin D in Dosierungen von weniger als 5.000 täglich einnehmen, verzichten vermutlich auf Blutuntersuchungen.

    In den Wintermonaten zehrt der Körper von seinen Vorräten. Täglich werden so durchschnittlich 3.000 Einheiten verbraucht.

    Physiologie des Blutspiegels

    Physiologisch betrachtet unterliegt die Regulation des Vitamin D Serumwertes komplexer Mechanismen. Daher lässt sich der Blutwert nicht ausschließlich auf die Höhe des eingenommenen Vitamin D reduzieren. Als Prohormon ist Vitamin D eingebunden in die Stoffwechselaktivitäten des Körpers. Diese erstrecken sich über alle wesentlichen Funktionen, welche sowohl den Körper als auch die Psyche betreffen. Vitamin D wirkt in allen Organen, im Nervensystem und reguliert über die Kalziumaufnahme das Immunsystem, die Erregbarkeit der Nervenzellen und damit Anspannung und Entspannung von Muskeln und Nerven. Letzteres äußert sich dann beim Schlaf, in der Erholung nach anstrengenden Tätigkeiten und der geistigen Ausgeglichenheit sowie der Stimmung. Schlechter Schlaf, Antriebslosigkeit, depressive Verstimmungen und innere Unruhe können mit einem Vitamin D-Mangel zusammen hängen.

    Der 25-OH Wert misst den Calcidiol-Spiegel im Blut. Hier handelt es sich um die Speicherform von Vitamin D. Diese wird in der Leber gespeichert und bei Bedarf in das Blut abgegeben. Es gibt auch andere Formen von Vitamin D, wie zum Beispiel Cholecalciferol (D3, in der Form befindet es sich in Lebensmitteln und Präparaten) oder 1,25 OH (die biologisch aktivste Form, die sehr schnell verbraucht wird). Da der Körper Vitamin D in der Form von 25-OH über mehrere Monate speichern kann, wird dieser Wert verwendet, um die Versorgung abschätzen zu können.

    Wie alle im Stoffwechsel eingebundenen biologisch wirksamen Signalsubstanzen wird die im Blut zirkulierende Menge sorgsam und zentral reguliert. Eine Vereinfachung nach dem Schema „Nehmen Sie Vitamin D und ihr Blutwert steigt so und so viel an“ ist so in der Praxis nicht immer möglich. Dennoch lassen sich natürlich Verallgemeinerungen aufstellen und Empfehlungen aussprechen. Gerade bei nährstoffarmer Ernährung und chronischen gesundheitlichen Problemen ist es vor oder neben der Einnahme aber notwendig, auch die tiefer liegenden Ursachen zu betrachten.

    Interpretation der Blutwerte

    Experten diskutieren weiterhin über die richtigen Normwerte. Die obigen Angaben entsprechen grob dem Konsens, wie er sich momentan aus den wissenschaftlichen Debatten herauskristallisiert. Es ist weder möglich einen bestimmten Bereich als perfekt zu definieren, noch bei einzelnen Personen den „besten Wert“ festzumachen.

    Die Werte beziehen sich auf die gemessenen Werte im Winter. 30 ng/ml im Winter sind ein Zeichen dafür, dass der Körper ausreichend versorgt wird. Wer jedoch Ende des Sommers einen Wert von 30 ng/ml hat, der läuft Gefahr, im Winter seine Reserven aufzubrauchen und in einen Mangel zu rutschen. die obigen Angaben sind also nur Richtwerte, die immer im Kontext interpretiert werden müssen.

    Die Werte schwanken im Jahresverlauf mit dem Ausmaß der Sonnenexposition. D.h. Ende des Sommers sind die Werte tendenziell höher, Ende des Winters hingegen auf dem Tiefpunkt.

    Wenn Ende des Sommers ein leichter Mangel besteht, ist davon auszugehen, dass dieser im Laufe des Winters zunimmt. Der Wert sollte zusammen mit dem eigenen Wohlbefinden interpretiert werden, da es nicht einen einzigen "optimalen" Wert für alle gibt.

    Regulierung des Vitamin D-Spiegels

    Der Blutwert dient vor allem der Orientierung und sollte nicht alleiniger Maßstab sein, da es einfach noch zu wenig Wissen darüber gibt, wie der Körper den Wert reguliert. Der Wert kann vor Beginn der Substitution gemessen werden, und dann z.B. grob alle 6 Monate, um den aktuellen Stand zu überprüfen. Generell ist es nicht zwingend notwendig, seinen Blutwert zu kennen, wenn man einen Mangel vermutet und ausgleicht.

    Es kommt ja auch nicht jeder auf die Idee, nach ein paar Wochen Urlaub im sonnigen Süden seinen Vitamin D-Wert zu checken. Jeder kann über ein paar Wochen ganz einfach auch ohne Blutmessung mit physiologischen Dosierungen (bis 10.000 IE) experimentieren, und anhand der Reaktionen abschätzen, wie viel er braucht. Auch bei langfristiger Einnahme verzichten viele Menschen auf die regelmäßige Untersuchung des Blutes. In den meisten Fällen ist dies auch kein Problem, gerade bei niedrigen Dosierungen (z.B. 2.000 IE). Jedoch ist es auch nicht kompliziert, den Blutwert hin und wieder zu überprüfen. Jeder Hausarzt kann die Messung ohne viel Aufwand zusätzlich bei einer Routine-Blutabnahme vornehmen lassen.

    Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen einer bestimmten Dosis an Vitamin D und dem Wert im Blut. Statistisch gesehen lässt sich dies zwar berechnen, aber die Abweichungen sind sehr groß. Dies liegt daran, dass Vitamin D wie andere Hormone auch homöostatisch vom Körper reguliert wird. Das heißt, der Körper hat Wege, selbst zu entscheiden, wie viel Vitamin D im Blut zirkuliert, aufgenommen, gespeichert und verwertet wird. Der Wert hängt also nicht nur von der aufgenommenen Menge ab. Daher kann man nicht pauschal sagen, wie sich der Blutwert bei einer gegebenen Dosis entwickeln wird.

    Die auf dieser Seite angegebenen Referenzwerte dienen nur der Orientierung, es handelt sich um statistische Mittelwerte. In Einzelfällen treffen sie womöglich nicht zu. Die Bandbreite der gemessen Blutwerte bei durchschnittlich gesunden Propanden liegt zwischen 15 und 90 ng/ml. Der Zielbereich von ungefähr 30-60 ng/ml scheint ein sinnvolles Mittelmaß zu sein.

    Das GrassRoots Health Institute hat eine umfassende Studie über die Entwicklung des Vitamin D-Serumwertes bei einer gegebenen Dosis durchgeführt.

    Tausende Teilnehmer, die ihre Daten an das Grassroots Health Institut geschickt haben, zeigen, wie sich der Serum-Blutwert von Vitamin D bei einer gegebenen Einnahme von Vitamin D entwickelt.

    Die Tabelle ist unter grassrootsheath.net abrufbar. Bei einer Einnahme von 4000 IE täglich schwankt der Serum-Blutwert zwischen 20 ng/ml und 120 ng/ml. Der Durchschnitt liegt bei ca 50 ng/ml und damit sind 4000 IE für die meisten Menschen eine angemessene Dosis. Jedoch ist dies nur Statistik und es gibt immer Abweichungen. Aus diesem Grund ist bei langfristiger Einnahme, insbesondere bei höheren Dosierungen, eine sporadische Untersuchung des Vitamin D-Serum Wertes tendenziell sinnvoll.

    Gleichzeitig zeigt sich bei den Daten des GrassrootsHealth Institut, wie sicher Dosierungen zwischen 1000 und 10.000 IE sind. Die extremen Abweichungen nach oben und unten sind scheinbar nicht stark abhängig von der Dosis, da sie sowohl bei der Einnahme von 1000 IE als auch 10.000 IE vorkommen. Es spielen wohl andere Aspekte eine Rolle, wie zum Beispiel seltene Erkrankungen, chronische Entzündungen, Schilddrüsenunterfunktion oder starke Sonnenexposition.

    Bei zunehmender Dosierung nähert sich der Blutwert langsam einer Obergrenze an. Die blau gestrichelte Linie zeigt den durchschnittlichen Wert aller Teilnehmer an. Es hat sich außerdem gezeigt, dass der Durchschnittswert ab einem gewissen Punkt nicht linear mit der Dosis ansteigt, sondern abflacht. Solange Vitamin D also im physiologisch sinnvollen Bereich bis 10.000 IE eingenommen wird, ist der Körper dazu in der Lage, den Wert in einem Spektrum zwischen 30 und 80 ng/ml zu halten. Erst ab mehr als 150 ng/ml wird es mittelfristig problematisch.

    Außerdem wird deutlich, dass Dosierungen unter 2000 IE oft nicht zu den gewünschten Serumwerten führen. Dennoch gibt es Menschen, die eben nicht mehr als 1000 oder 2000 IE benötigen, um ihren Serumwert im Normbereich zu halten. Teilweise wird behauptet, dass jeder Mensch sehr hochdosiertes Vitamin D benötigt. Diese Behauptung wird hier wiederlegt.

    Typische Fehler beim Erhöhen des Blut-Spiegels

    Der Blutwert steigt nicht an, trotz hoher Vitamin D-Gabe? Das kann an den folgenden einfach zu behebenden Fehlern liegen:

    Kalzium fehlt

    Vitamin D nur einnehmen, wenn auch Kalzium aufgenommen wird!

    Bei Verzicht auf Milchprodukte kann es schnell passieren, dass die Ernährung kaum verwertbares Kalzium enthält. Die DGE und viele renommierte Wissenschaftler empfehlen eine Ernährung reich an Milchprodukten. Eine milchfreie Ernährung ist natürlich möglich, erfordert jedoch ein bewusstes Auswählen der Lebensmittel. Insbesondere grünes Gemüse sowie Nüsse sollten regelmäßig verzehrt werden, um den Bedarf an Kalzium zu decken.

    Verzehr von flüssigen Ölen

    Die meisten Pflanzenöle sind leider relativ ungesund: Zu den gesunden Ölen gehören vor allem Olivenöl, Palmfett und Kokosöl. Diese können bedenklos verzehrt werden.

    Andere Öle wiederum tragen über das Auslösen von Entzündungen dazu bei, dass der Vitamin D-Spiegel absinkt.

    Folgende Öle sollten nicht in größeren Mengen verzehrt werden: Sojaöl, Sonnenblumenöl, Baumwollöl, Avocadoöl, Erdnussöl, Rapsöl, Leinöl, Distelöl, Sesamöl und Wallnussöl.

    Diese Öle enthalten größere Mengen Omega-3 und Omega-6 Säuren. Daher sind sie so problematisch. Durch unermüdliches Marketing der Ernährungsindustrie wurde Omega-3 fast schon zu einem Heilmittel hochgelobt. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind jedoch problematisch, wenn sie in hohen Mengen verzehrt werden. Diese Fette sind im Gegensatz zu gesättigten Fetten sehr reaktionsfreudig. Zusammen mit Sauerstoff entstehen hoch reaktive Substanzen, die den Körper schädigen können. Aufgrund seiner Oxidationsfähigkeit wird Leinöl gerne im Handwerk als Anstrichmittel verwendet - Es härtet an der Luft binnen weniger Stunden komplett aus. Leider passiert etwas Ähnliches auch im menschlichen Körper. Auch der menschliche Körper funktioniert mit Sauerstoff. Kommen die mehrfach ungesättigten Fette mit Sauerstoff in Berührung, dann oxidieren sie und es entstehen Abbauprodukte, die sich im Körper ablagern. So zum Beispiel an den Außenwändern der Arterien. So entsteht dann Arteriosklerose. Der Körper steuert unter Anderem durch die Aktivierung von Vitamin D entgegen, um einen Gesundungsprozess in Gang zu bringen. Die Folge: niedrige Vitamin D-Spiegel.

    Am Besten ist es jedoch, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen.

    Gesunde Fette wie Butter, Kokosöl und Olivenöl sind in der Küche vielseitig einsetzbar und ersetzen die meisten anderen Öle.

    Niedrige Blutwerte bei chronischen Krankheiten

    Warum sinkt der Vitamin D-Spiegel bei akuten oder chronischen Krankheiten? Das liegt daran, dass bei intensiver körperlicher Belastung der Bedarf an aktivem Vitamin D im Körper ansteigt. Der Verbrauch von Vitamin D ist Teil der Verteidigung unseres Körpers gegen Eindringle von außen. Auch bei Reparaturprozessen wird Vitamin D verbraucht. Gerade bei akuten Infekten ist eine Vitamin D-Einnahme daher oft von Vorteil. Jedoch kommt es bei chronischen Erkrankungen manchmal vor, dass die pauschale Gabe von Vitamin D kontraindiziert ist und in der Praxis keine Vorteile bietet.

    chronische oder akute Entzündungen

    Niedrige Blutwerte entstehen nicht immer durch eine niedrige Aufnahme von Vitamin D. Tatsächlich gibt es vermehrt Berichte von Anwendern, die ihren Blutwert trotz Vitamin D-Gabe nicht anheben können. Dies betrifft vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen, wie Schilddrüsenunterfunktion, Östrogendominanz sowie Schwermetallbelastungen. Auch bei chronischen Infekten sinkt der Vitamin D-Spiegel rapide ab. Dazu zählen zum Beispiel bakterielle Infekte wie die Borelliose, virale Infekte (z.B. durch Eppstein-Barr oder Herpesviren) sowie Pilzbelastungen durch Candida Albicans.

    Scheinbar manipulieren Bakterien, Pilze und Viren den Vitamin D-Rezeptor, sodass Vitamin D keine Wirkung mehr zeigt. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Körper den Vitamin D-Metabolismus (Stoffwechsel) selbst mehr oder weniger "bewusst" verändert, damit den krankheitserregenden Mikro-Organismen der Nährboden entzogen wird. In diesem Fall sollten Vitamin D nicht in hohen Dosierungen angewendet werden. Die niedrigdosierte Anwendung von zum Beispiel 2.000 IE ist jedoch oft hilfreich, auch wenn der Blutwert sich nicht ändert. Gleichzeitig sollte jedoch die Ursache für den abnormalen Blutwert behandelt werden.

    Infekte

    Bei akuten und chronischen Infekten wird generell auch mehr Vitamin D als sonst benötigt. Wenn Vitamin D im Körper verbraucht wird, wird es in ein Hormon umgewandelt (Calcitriol, die aktive Form). Calcitriol erhöht die Aufnahme von Kalzium aus der Ernährung. Dadurch wird sichergestellt, dass der Körper Infekte bekämpfen kann, die Immunantwort auf die Erreger also angemessen ist. Außerdem wird so sekundär die Entzündungsreaktion des Körpers gedrosselt.

    Auch bei Entzündungen, die durch Verletzungen o.ä. hervorgerufen wurden, ist der Vitamin D-Bedarf aufgrund des oben beschriebenen Mechanismus erhöht. Zumindest bei systemischen Entzündungen kann sich der Blutwert stark verringern.

    Im Falle einer Ernährung, die wenig Kalzium & Magnesium, Vitamin A und Vitamin K enthält sowie bei Infekten oder Entzündungen liegt die Ursache eines niedrigen Blutwertes also gar nicht zwangsläufig in einer geringen Aufnahme von Vitamin D.

    Deshalb kann zum Beispiel eine vollwertige, entzündungshemmende Ernährung in einigen Fällen zu einer Normalisierung des Blutwertes führen.

    Die Analyse des Blutes im historischen Kontext

    Ärzte verlassen sich gerne auf Blutwerte. Das war Anfang des 20. Jahrhundert noch anders. Damals bestand die Heilkunst auch darin, sich mit der unmittelbaren Wirklichkeit zu befassen, anstatt mit Zahlen auf Papier. Die einzige Möglichkeit, den Gesundheitszustand eines Menschen einzuschätzen, bestand damals darin, sich diesen Menschen wirklich anzuschauen. Sein Befinden, Symptome, seine Geschichte, seine Ernährung und andere Lebensbedingungen. Oftmals sind diese Informationen viel wertvoller und akkurater als jeder Blutwert. In dem Sinne sollten wir wieder lernen, uns selbst zu vertrauen.

    Konträr zur verbreiteten Annahme lässt sich der Blutwert mit einem sogenannten Vitamin D-Rechner nicht akkurat bestimmen.

    Aussagekraft des Blutwertes

    Der Blutwert kann unter Umständen einen Mangel nicht akkurat reflektieren. Das liegt daran, dass eine potentielle Reaktion des Körpers auf eine Unterversorgung die Reduktion des täglichen Vitamin D-Verbrauchs ist. In dem Fall reduziert der Körper womöglich die Stoffwechselrate. Es ist bekannt, dass Vitamin D mit den Schilddrüsenhormonen auf zellulärer Ebene interagiert. Durch die angesprochene Reduktion wird der Gesamtbedarf an Vitamin D reduziert, da ja auch die körperlichen Funktionen, für die Vitamin D notwendig ist, eingeschränkt werden. Daraus resultierten zum Beispiel Durchblutungsstörungen, erhöhter bzw. verminderter Appetit oder auch Schlafstörungen.

    Wie bei vielen hormonell wirksamen Substanzen gibt es einen Unterschied zwischen der Konzentration in der Zelle und der im Blut. Wirksam ist Vitamin D jedoch nur in den Zellen selbst. Dort wird es benötigt, und in die aktive Form (Calcitriol) umgewandelt und somit verbraucht.

    Es ist theoretisch möglich, dass die Konzentration sowie der zelluläre Turnover (Die Geschwindigkeit, mit der Vitamin D verbraucht wird) sich nicht in der Höhe des Blutwertes widerspiegelt. Dadurch, dass Vitamin D im Körper langfristig gespeichert wird und nur langsam ins Blut abgegeben wird, kann die Menge des gespeicherten Vitamin D nicht 1:1 aus dem Blutwert abgelesen werden. Dennoch ermöglicht der 25-OH Wert eine ungefähre Einschätzung der körperlichen Reserven der letzten Monate.

    Zu dieser Theorie gibt es jedoch keine konkreten empirischen Daten. Dies liegt auch daran, dass es schwierig ist, die zelluläre Vitamin D Konzentration oder die gespeicherte Menge in der Leber zu messen.

    Es gibt jedoch verschiedene Beobachtungen, die diese Vermutung unterstützen.

    Es ist zum Beispiel möglich, dass eine Person mit einem Blutwert von 20 ng/ml Symptome einer Unterversorgung zeigt, während jemand anders mit 18 ng/ml symptomfrei ist.

    Daher können Blutwerte auch nicht so einfach pauschalisiert werden. Weiterhin kommt dazu, dass Vitamin D mit vielen anderen Stoffen interagiert. So kann eine ausreichende Versorgung mit Kalzium, Vitamin K2 und Vitamin A, welche sich vor allem in Milchprodukten, Gemüse und Leber befinden, den Vitamin D-Bedarf drastisch reduzieren. So reicht potentiell ein relativ niedriger Blutwert völlig aus, um die körperlichen Funktionen aufrecht zu erhalten.

    Auch die allgemeine gesundheitliche Verfassung, psychosozialer Stress und die Veranlagung entscheiden darüber, wieviel Vitamin D im Körper verbraucht wird.